
Kassensystem · Pizzeria
Kassensystem für die Pizzeria
Freitag, kurz nach sieben. Im Lokal sitzen zwanzig Leute, am Tresen wartet jemand auf seine Abholung, das Telefon klingelt, und der Fahrer kommt gerade zurück und will abrechnen. Vier Vorgänge, die nichts miteinander zu tun haben, und alle laufen über dieselbe Kasse.
Das ist der Unterschied zu jedem anderen Betrieb in dieser Liste. Eine Pizzeria verkauft nicht auf einem Weg, sondern auf dreien gleichzeitig, und der Abend entscheidet sich daran, ob die Kasse das auseinanderhält.
Im Haus, zum Abholen, zum Liefern
Diese drei Wege brauchen unterschiedliche Behandlung, obwohl dieselbe Pizza aus demselben Ofen kommt. Im Haus läuft eine Rechnung, die noch eine Stunde offen bleibt. Bei der Abholung ist sofort bezahlt, oft schon am Telefon zugesagt. Bei der Lieferung entsteht die Zahlung erst an einer Haustür, zwei Kilometer entfernt.
Ich lege den Artikel deshalb einmal an und unterscheide über den Vorgang. Ihre Auswertung sagt Ihnen am Monatsende, wie viele Margheritas verkauft wurden, und zusätzlich, welcher Anteil davon über welchen Weg ging. Wer das getrennt anlegt, hat drei Artikel für eine Pizza und weiß am Ende nichts.
Der Anteil verschiebt sich außerdem, und zwar schnell. Betriebe, die vor ein paar Jahren fast nur im Lokal verkauft haben, machen heute die Hälfte außer Haus. Diese Zahl sollten Sie sehen können, bevor Sie über einen zweiten Fahrer nachdenken.
Die Bestellung für halb acht ist um sieben schon in der Kasse
Das ist die Funktion, die in einer Pizzeria den größten Unterschied macht und die es in keinem Imbiss braucht. Eine Bestellung wird angenommen, mit einer Uhrzeit versehen und liegt dann still, bis sie dran ist. In der Küche taucht sie in dem Moment auf, in dem mit dem Belegen angefangen werden muss, und nicht vorher.
Ohne das hängt alles am Zettel neben dem Telefon und am Gedächtnis desjenigen, der ihn geschrieben hat. Das geht gut, bis an einem Samstag vierzehn Vorbestellungen gleichzeitig laufen. Dann geht eine unter, und der Anruf danach kostet mehr als der Umsatz der Bestellung.
Praktisch heißt das für die Einrichtung: Die Kasse muss eine Bestellung parken können, mit Name, Telefonnummer und Zeit, und sie beim Aufruf vollständig wiederherstellen. Beim Einbau gehen wir das an Ihrem eigenen Ablauf durch, weil jeder Betrieb hier eine eigene Reihenfolge hat.
Halb Salami, halb Funghi, dafür ohne Zwiebeln
Kaum ein Betrieb hat so viele Abweichungen vom Grundartikel wie eine Pizzeria. Jede zweite Bestellung trägt einen Zusatz, eine Weglassung oder eine Teilung, und jede davon kann den Preis verändern oder eben nicht.
Wenn diese Abweichungen über ein Freitextfeld laufen, steht am Ende in Ihrer Auswertung „Pizza, Sonderwunsch" und Sie wissen nicht, wie oft Sie extra Käse verkauft haben. Wenn sie als Preisänderung von Hand eingegeben werden, rechnet jeder Mitarbeiter anders, und spätestens die dritte Aushilfe rundet großzügig.
Ich lege deshalb die Zutaten an, die bei Ihnen tatsächlich extra kosten, und hinterlege sie als auswählbare Ergänzung am Artikel. Wer eine Pizza bucht, tippt danach die Extras, und der Preis ergibt sich. Das ist beim Einrichten die aufwendigste Stelle einer Pizzeriakasse und die, an der sich später jeden Abend Zeit spart.
Wenn der Fahrer zurückkommt, muss die Kasse stimmen
Ein Fahrer geht mit Wechselgeld los und kommt mit Bargeld zurück. Dazwischen liegen fünf Adressen und eine Stunde. Wird das nicht je Fahrer abgerechnet, steht am Abend eine Differenz in der Kasse, die niemand mehr zuordnen kann.
Ich richte jedem Fahrer ein eigenes Konto ein, so wie einer Bedienung im Lokal. Seine Touren hängen daran, bei der Rückkehr wird abgerechnet, und die Differenz ist einer Person und einer Uhrzeit zuzuordnen. Das ist kein Misstrauen, sondern die einzige Möglichkeit, im Zweifel zu zeigen, dass jemand etwas nicht war.
Kartenzahlung an der Haustür kommt dazu, wenn Sie ein mobiles Terminal mitgeben. Das lohnt sich ab dem Punkt, an dem Fahrer regelmäßig Wechselgeld nachholen müssen.
Ein Betrieb, in dem das läuft
In der Pizzeria Al Lupo in Krefeld steht eine Kasse von mir. Krefeld liegt am äußeren Rand meines Servicegebiets, und der Betrieb ist trotzdem seit Jahren dabei. Das beantwortet nebenbei die Frage, ob Entfernung ein Ausschlussgrund ist.
Wenn Sie wissen wollen, wie die Vorbestellungen dort im Alltag laufen, frage ich nach, ob ein Anruf recht ist. Das ist mir lieber, als Ihnen eine Broschüre zu geben.
Das Tablet auf der Theke ist der vierte Verkaufsweg
Bei den meisten Pizzerien, die ich sehe, steht neben der Kasse ein zweites Gerät, auf dem die Bestellungen eines Lieferportals auflaufen. Die werden von Hand abgetippt, und am Monatsende passt der Umsatz nicht zur Abrechnung des Portals.
Der häufigste Fehler dabei ist die Verwechslung von Umsatz und Auszahlung. Ihr Umsatz ist der Bestellwert, die Provision ist eine Ausgabe. Auf dem Konto landet die Differenz, und wer nur die bucht, weist zu wenig Umsatz aus.
Wie das sauber läuft, steht unter Lieferplattformen in der Kasse. Ob sich für Ihr Portal eine Anbindung an die Kasse lohnt, sehe ich mir vor einem Angebot an. Bei zehn Bestellungen am Abend ist Abtippen vertretbar, bei sechzig nicht mehr.
Seit 2026 spielt der Verzehrort keine Rolle mehr
Für Speisen gelten seit dem 1. Januar 2026 durchgehend 7 Prozent, ob im Lokal gegessen, abgeholt oder geliefert wird. Getränke bleiben bei 19 Prozent, ebenfalls auf allen drei Wegen.
Damit ist für eine Pizzeria die lästigste Unterscheidung weggefallen. Vorher musste an jedem Artikel hängen, ob er im Haus oder außer Haus geht, und genau daran scheiterten die meisten Artikelstämme, die ich zu sehen bekam.
Geblieben ist die Trennung zwischen Speise und Getränk. Bei einem Familienangebot aus vier Pizzen und einer Flasche Cola zum Pauschalpreis wird aufgeteilt. Was heute im Einzelnen gilt, steht auf der Seite zu TSE und Finanzamt.
Was mich Pizzerien fragen
- Brauche ich einen zweiten Kassenplatz für die Abholung?
- Meist nicht. Ein Bondrucker am Ausgabeplatz reicht in der Regel, und die Abholung wird an derselben Kasse kassiert wie das Lokalgeschäft. Ein zweiter vollständiger Kassenplatz lohnt sich erst, wenn im Lokal und an der Abholtheke gleichzeitig kassiert wird und beide Warteschlangen haben.
- Kann die Kasse Bestellungen am Telefon aufnehmen?
- Sie nimmt sie nicht selbst entgegen, aber sie hält sie fest. Wer den Hörer abnimmt, tippt die Bestellung mit Name, Nummer und Uhrzeit ein und parkt sie. Beim nächsten Anruf desselben Kunden steht die Adresse schon da, wenn Sie das so wollen.
- Wie lange dauert die Artikelanlage bei einer großen Karte?
- Bei sechzig bis achtzig Artikeln mit Varianten ist das ein guter halber Tag, und ich brauche Ihre Karte vorher. Am schnellsten geht es, wenn Sie mir die aktuelle Speisekarte als Datei schicken. Abtippen von einem Papierexemplar dauert länger und produziert Tippfehler.
- Ich habe schon eine Kasse, aber die Vorbestellungen laufen auf Zetteln. Geht das zusammen?
- Das kommt darauf an, was Ihr System kann. Ich sehe es mir an und sage Ihnen, ob sich das einrichten lässt oder ob es an der Software scheitert. Ein Termin dafür kostet Sie nichts und endet nicht zwangsläufig mit einem Angebot.
Erzählen Sie mir, wie ein Freitagabend bei Ihnen läuft
Im Konfigurator frage ich nach Sitzplätzen, nach Abholung und Lieferung und danach, ob Sie mit einem Portal arbeiten. Daraus ergibt sich, wie viele Kassenplätze und Drucker Sie brauchen und wo sie stehen sollten.
Danach rechne ich und melde mich innerhalb von zwei Tagen. Wenn Sie mit jemandem sprechen wollen, der dasselbe System hat: In Krefeld arbeitet eine Pizzeria damit, und ich frage dort nach, ob ein Anruf recht ist.